Sapperlot

 

Als ich am Samstag, den 9.5.2015 um Punkt 9 Uhr auf dem OHA-Gelände eintraf, wurde ich von einem strahlenden Gregor begrüßt: Das Loch sei bereits komplett ausgehoben, man warte nur noch auf Julian, um die Eisenarmierungen einbringen zu können.  Klaus-Jürgen, unser Oberbetonierer, war auch schon da und natürlich auch die angeheuerten Helfer, die gleich zu viert aufmarschiert waren. Ich war so verblüfft, dass ich zunächst meinte, Gregor sei nicht ganz klar im Kopf. Ne, der war ganz klar, sogar sehr klar und freute sich diebisch über mein ungläubiges Staunen. Die Helfer hatten es irgendwie geschafft, am Freitag Abend – weil noch schönes Wetter herrschte und die Wetteraussichten für den Samstag eher durchwachsen waren –das riesige Loch entstehen zu lassen.

 

Und besonders schön (und sehr zur Erleichterung von Klaus-Jürgen und Gregor) war es, dass der aufgeschüttete Wall im Verlauf der letzten 25 Jahre so fest geworden war und sich derart mit dicken Wurzeln durchzogen hatte, dass überhaupt kein Zweifel aufkam, ob das Fundament auch den zu erwartenden Stürmen der nächsten 50 Jahre stand halten würde. Und außerdem hatte Klaus-Jürgen – in puncto Sicherheit und Überdimensionierung sind sich Klaus-Jürgen und Gregor ja so einig wie eineiige Zwillinge – das Volumen des Fundaments so berechnet, dass es auch „stand alone“ – also ohne in die Erde eingegossen zu werden – einen 10m hohen Mast auch bei Stürmen, die Niklas nur als mittelschweres „sonstiges Ereignis“ erscheinen lassen würden, problemlos in der Vertikalen halten würde. Klaus-Jürgen war nicht wieder zu erkennen. Betonieren scheint seine Leidenschaft zu sein; da kennt er sich wirklich aus. Das Thema „Mastfundament“ motivierte ihn derart, dass er die erforderlichen Eisenarmierungen nicht nur berechnete und deren Anfertigung in Unterschleißheim in Auftrag gab, sondern die Kosten dafür auch noch für die gute Sache und den OV spendete. Klaus-Jürgen: Auch im Namen der Contester herzlichen Dank dafür! Wenige Minuten nach 9 Uhr traf dann der von Julian gelenkte Lieferwagen mit Anhänger, auf dem sich eine große Menge von Drahtgittermodulen befand, in der Feuerwehranfahrtszone vor dem OHA-Gebäude ein. Wieder eins dieser AHA-Erlebnisse eines alternden OMs: Ich überlegte mir gerade, wie der Julian es schaffen wollte, den Anhänger rückwärts in die Durchgangszone zum Kindergarten zu bugsieren und ob ich mir dies Manöver zutrauen würde. Während ich noch am Denken war, kuppelte Julian den Hänger vom Lieferwagen ab und schob den Anhänger händisch problemlos in den engen Durchgang. Ideen muss man halt haben….

 

Klaus-Jürgens Eifer und Omnipräsenz verschafften mir einen höchst angenehmen Samstag Vormittag: Ich hatte mir wegen meiner noch nicht wieder belastbaren Achillessehne und aller möglichen Fuß- und Knieprobleme vorsichtshalber einen Campingstuhl mitgebracht, wohl wissend, dass ein bequem im Stuhl Sitzender nicht unbedingt zur Motivation der Arbeitenden beiträgt. Aber es ging gut, niemand beschimpfte mich. Überhaupt: Die Stimmung der stattlichen Truppe war hervorragend. Kein Wunder: Gregor hatte die Dinge hervorragend vorbereitet, die richtigen Leute für die richtigen Arbeiten eingeteilt und – obwohl offensichtlich kein Freund von Handfunkgeräten (ein richtiger Seemann lebt wohl überwiegend von der Zeichensprache) – war ständig erreichbar und stand mit Rat und Tat zur Verfügung.

Fundament Notfunk

 

Das klappte wirklich hervorragend, nicht zuletzt weil wir mit den vier Helfern, die wir aufgrund von Tobis Beziehungen anheuern konnten, ganz eindeutig einen Glücksgriff getan hatten: Die Jungens wussten wirklich, wo’s lang geht und die schafften es doch wahrhaftig, dass nach Abschluss der Betonierarbeiten nichts mehr von Beton oder Dreck zu sehen war. Einfach Klasse. Und tut richtig gut, dass es so was heute noch gibt!! Während Klaus-Jürgen an der Betonfront kämpfte, waren Tobi und Olaf auf dem Dach tätig. Als erstes wurde festgestellt, dass das alte Koax offensichtlich abgesoffen oder kaputt war: Selbst wenn am anderen Ende eine dummy load hing, zeigte das SWR-Meter abenteuerlich hohe Werte an. Das Kabel musste also ausgetauscht werden.

 

Tobi und Olaf machten das prima da oben auf dem Dach. Montage und Demontage des Vertikalstrahlers erfolgten in Rekord verdächtigen Zeiten. Es machte einfach Spaß. Und Tobi dirigierte dann vom Dach aus die Bodenhelfer, alle paar Minuten in sein Auto zu schauen, denn dort saß sein Sohn. Die ersten 30 Minuten schaute er dem Treiben noch interessiert zu, aber dann wurde es ihm wohl doch zu viel: Er schloss die Augen und schlief für die nächsten eineinhalb Stunden völlig entspannt in seinem Kindersitz im Auto. Unten im Clubraum saß der Thomas und lötete. Insgesamt wohl so an die acht Stecker. Und Thomas wäre nicht der Thomas, wenn die Stecker nicht erstklassig mit dem Kabel verbunden worden wären. Das klappte alles auf Anhieb!! Das „Regenfallrohr“, das die diversen Kabel vom Dach in den Keller führt, bewährte sich hervorragend. Insgesamt eine wirklich gute und unauffällige Konstruktion!

 

Unser neuer stellv. OVV Markus fasste dann den allseits hoch willkommenen Entschluss, eine Brotzeit zu spendieren. Hagen und Klaus-Jürgen schleppten die Tüten vom Norma zum AWO und sie schleppten schwer. Großer Vorteil der Aktion: Endlich kamen alle Beteiligten mal zusammen und Karlo konnte die Gruppenfotos schießen, leider ohne Stativ, so dass keine Selbstauslöser Funktion eingesetzt werden konnte, d.h. auf den Bildern fehlt immer einer, leider! Es passte einfach prima: Gerade, als der Hunger aufkam, war das Team am Dach fertig, die Betonleute schauten befriedigt auf die Stelle, wo 2,5 Stunden früher noch ein großes Loch gähnte und Thomas hatte all seine Stecker verlötet. Und die Uhr zeigte ca 12:30. Wirklich einfach gut gelaufen, ohne Ärger, ohne Stress, sehr erfolgreich und mit viel Lachen und „Spaß an der Freud“.

Antennen Vertikal

 

Na ja, ein paar kleine, unangenehme Überraschungen gab’s dann doch auch: 

Die UKW-Antenne spielte auf Anhieb auf beiden Bändern, 2m und 70 cm. Bei dem Kurzwellenstab klappte das erwartungsgemäß nicht so auf Anhieb. Aber Gregor wusste, an welchen Stellschrauben man drehen musste, um die SWR-Kurven in den „Wohlfühlbereich“ zu verschieben und das klappte dann auch hervorragend: Tobi las das SWR direkt am Fußpunkt der Vertikal ab und wir schafften eigentlich auf allen drei Bändern (10m, 15m, 20m) Werte von besser als 2,0 über das jeweils gesamte Band. Das war sehr befriedigend. Allerdings, als wir dann eine Stunde später im Clubraum die Situation überprüfen wollten, stellte sich heraus, dass die Antenne zwar sauber „Mitte Band“ abgestimmt war, aber das SWR, das der FA-Analyzer im Clubraum anzeigte, war deutlich höher und sank kaum unter 1,8. Spielverderber!! Bleibt die Frage, welches Instrument denn die „richtigen“ Werte anzeigte. An sich war nach der Theorie ja zu erwarten, dass das im Keller angezeigte SWR wegen der Kabeldämpfung mehr oder weniger d e u t l i c h besser sein müsste als das direkt am Fußpunkt der Antenne gemessene. Bei uns war’s aber umgekehrt; allerdings wurde mit zwei verschiedenen Instrumenten gemessen… Leider konnten wir das Thema auch nicht durch Einschalten des im Clubraum vorhandenen TRX weiter einkreisen. Man hörte zwar prima, aber der TRX war nicht bereit, auch nur einige Milliwatt HF-Leistung abzugeben. Und ohne HF-Leistung natürlich auch kein SWR-Wert am Instrument….. Aber, das ist eine andere Baustelle; und wir wollen ja auch „Morgen“ noch etwas zu tun haben…

 

Tobi hatte sein Schweißgerät mitgebracht, um ein neues Schloss in einem Strahlschrank zu fixieren, für das der Hans vorher liebevoll und mühevoll einen entsprechenden Ausschnitt in die Schranktür gefräst hatte. Keine Ahnung, ob das Schweißgerät defekt war, oder die Sicherungen zu schwach waren, oder….. Netto Effekt war auf jeden Fall, dass ständig die Sicherungen flogen – zum Glück in unserem Clubraum und nicht im ganzen OHA. Und Fabian schaffte es immer schneller, die Sicherungen wieder funktionsfähig zu machen. Mittellanges Palaver unter den Experten: Sind die Sicherungen jetzt zu heiß geworden, der sind die Einschaltstromimpulse von Tobis Schweißgerät einfach zu hoch. Noch bevor das Thema endgültig ausdiskutiert werden konnte, schafften es Tobi und Gregor irgendwie, einige Schweißpunkte zu setzen, so dass jetzt auch die „Schatztruhe“ in Form eines Stahlschranks gesichert ist. Die Frage, warum die Sicherungen ständig flogen, lastet dagegen weiterhin auf den kritischen Gemütern der Expertenschar von C01....  Julian, DL5JUL, der ja nicht nur die von Klaus-Jürgen errechneten Armierungsgitter herangeschafft hatte sowie die tolle Idee der Abkoppelung des Anhängers und dessen händischer Verbringung in den Durchgang zum Kindergarten hatte, steigerte sich nochmals, indem er eine Leitung für den „Notfunkgenerator“ in einen der Kellerschächte verlegte und zusätzlich einen Kabelkanal für die Versorgung des Stationstisches im Clubraum installierte. Bei so viel Aktivität bleibt natürlich ein gerüttelt Maß an Chaos und Dreck nicht aus. Das Gesicht von Hans, DE3JHP, dem guten Geist des C01-Clubraums, verdüsterte sich zunehmend – wenn auch nur von Kennern der menschlichen Psyche wahrnehmbar. Als dann die meisten Helfer den Rückmarsch in die Heimatgefilde angetreten hatten, halfen die restlichen C01-Mannen zusammen, um im Clubraum wieder Ordnung zu schaffen.  

Damit strahlte auch das letzte Gesicht des C01-Teams vom 9.5. einen zufriedenen Gesichtsausdruck aus. Mit anderen Worten: Eine Erfolgsstory nach der anderen. Ich habe es ja schon oft gesagt und wiederhole es mit Vergnügen und innerer Überzeugung: C01 ist ein toller Verein. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste er glatt erfunden werden!!  

Wer zählt die Helden, nennt die Namen, die freiwillig und uneigennützig hier zusammenkamen heißt es in Abwandlung eines DL-Klassikers. Hier die Aufzählung  

Hans, DE3JHP, Klaus-Jürgen, DG2MKR, Thomas, DH7TNO, Rudolf, DJ3WE. Tobias, DK1TR (inkl. DN1TR und Vorbeischauen von XYL), Markus, DL1MWG (tnx für die fb Brotzeit!), Hagen, DL2KUH (der genau heute seine Lizenz für China bekam!!), Olaf, DL3MXX, Julian, DL5JUL, Gregor, DL9MEU (der nur wegen des Alphabets an letzter Stelle rangiert; sonst aber einen exzellenten Job nicht nur als Koordinator gemacht hat)

Das sind immerhin 10 OV-Mitglieder, sozusagen der aktive Kern der Mannschaft. Sehr zu unserer Freude erhielten wir aber auch Besuch von weiteren C01-Mitgliedern, nämlich Köss, DB1MRK, Armin, DB4AR nebst XYL (Armin kam genau zum richtigen Zeitpunkt: Der Beton war gerade noch nicht hart; Armin ermunterte uns, den Beton nach außen abfallend zu modellieren, damit der Regen nicht unangemessen lang am Stahlgerüst für Rostfraß sorgt), Karl-Otto (Karlo), DG1MFT, der unermüdliche Fotograf, Bernd, DJ9SN, der zwar an den Rollstuhl gefesselt war, es sich aber nicht nehmen ließ, uns zu motivieren und zu unterhalten, Jannis, SV4LNX, der uns von Anfang an unterstützen wollte, aber irgendwie im Getümmel der Großstadt stecken geblieben war.

 

Also immerhin 15 Mann, wenn ich mich nicht verzählt habe und davon 14 C01-Mitglieder!! Ist schon wirklich eindrucksvoll!!! Es war ein Vergnügen, dabei gewesen zu sein! Rudolf, DJ3WE,

 

   
© DARC OV Vaterstetten, C01