Grundsätzlich lassen sich die Betriebsarten in 2 Hauptgruppen unterteilen, nämlich analoge und digitale Verfahren. Diese lassen sich wiederum jeweils in viele Variationen aufteilen.

Analoge Verfahren

Sprache wird in der Regel analog übertragen. Üblich sind heute primär 2 Verfahren, Frequenzmodulation auf UKW und SSB (Single Side Band = Einseitenbandmodulation) auf Kurzwelle und auf UKW über große Distanzen.

Digitale Verfahren

Urmutter aller digitaler Verfahren, wenn nicht überhaupt aller Verfahren, ist die Datenübertragung mittels Morsezeichen, abgekürzt CW (Continuous Wave).Das Verfahren besticht dadurch, dass es mit minimalem Aufwand möglich ist und dass der Mensch sowohl die Kodierung als auch die Dekodierung vornehmen kann. Früh entstand der Wunsch, die Umwandlung von Buchstaben in Übertragungsimpulse beim Senden und die Rückkodierung beim Empfang maschinell auszuführen. Donald Murray entwickelte um 1901 eine Schreibmaschine, die durch Drücken einer einzigen Taste für einen Buchstaben die zugehörige Zeichenfolge von fünf Bit erzeugte. Als Speichermedium diente ein Lochstreifen aus Papier. Rudolf Hell patentierte 1929 einen Typenbildfeldfernschreiber, indem Zeichen in 49 Bildpunkte zerlegt und gesendet wurden. Er hat seine Stärken bei stark gestörten Übertragungsbedingungen. Mitte der 50er Jahre kamen ausgemusterte Fernschreibgeräte in die Hände von Funkamateuren und es erfolgen die ersten Versuche mit RTTY. Übertragen werden 2 Töne=Frequenzen (FSK) nach dem Baudot-Code (CCITT-2). RTTY war sowohl auf KW als auch auf UKW verbreitet. Mit dem Aufkommen von Prozessoren in den 80er Jahren ergaben sich neue Möglichkeiten, die mit Paket-Radio (PR) genutzt wurden. Um sichere Datenübertragung zu gewährleisten, wurde ARQ (Automatic Repeat reQuest) eingesetzt. Der Empfänger prüft, ob das empfangene Datenpaket fehlerfrei ist. Entweder wird der fehlerfreie Empfang bestätigt oder die Wiederholung des gestörten Datensatzes angefordert. Auf UKW führte die Einführung von PR zur Verdrängung von RTTY. Die Weiterentwicklung von PR ist das HAMNET. Bestimmte Anwendungen wie Mailboxbetrieb auf KW werden z.B. mittels Pactor durchgeführt. Neben den 2-Ton-Verfahren wie RTTY gibt es Mehrtonverfahren (MFSK). Bei MFSK-Verfahren sind die Frequenzen fest zugeordnet, bei den IFK (Incremental Frequency Keying) Verfahren ist die Frequenz-Differenz zwischen den Tönen maßgeblich. Dadurch werden die Verfahren robuster hinsichtlich Driften und Dopplereffekten.Größtes Problem der neuen Verfahren ist ihre große Anzahl und die zu kleine Zahl der Verwender. Hinzu kommt, dass die Identifikation der Betriebsarten im praktischen Betrieb oft Probleme bereitet.Hier kann die Verwendung des RSID (Reed Solomon Identification), entwickelt von Patric Lindecker, F6CTE helfen, indem vor der eigentlichen Aussendung ein MSFK Signal eingefügt wird, das das verwendete Betriebsverfahren in codierter Form enthält. Auf der Empfängerseite wird dies ausgewertet und angezeigt.

   
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